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Vakuumfiltration - eine innovative Methode der Behandlung von Prozess- und Abwasser

In der Prozesstechnik, wie z. B. im Lebensmittelbereich oder in der Fruchtsaftindustrie sind einerseits Filtrationsprozesse notwendig, um Feinstpartikel aus dem Saft zu entfernen oder im Abwasser sind Entwässerungen vorzunehmen, um den unbelasteten Schlamm eine Verwertung zuführen zu können. In beiden Fällen hat sich die Ultrafiltration bewährt mit oder ohne zusätzliche Anwendung der Anschwemmfiltration. Bei der Abwasserbehandlung ist sowohl die aerobe als auch die anaerobe Behandlung oder eine Kombination der beiden Stand der Technik. Bei der Filtrationstechnik hat das Crossflow-Verfahren eine dominierende Stellung eingenommen. Dabei wird in der Regel mit hohen Drücken und hohen Überströmgeschwindigkeiten gearbeitet und mit einer dem einzelnen Filtrationsprozess zugeordneter periodischen Rückspülung und Grundreinigung.

 

Die hier vorgestellte Vakuumfiltration beschreitet – bei gleichen Filtrationselementen – einen anderen Verfahrensweg: niedrige Drücke und variable Umspülung der Filter sind die Wesenselmente der Filtration. Verbunden mit dieser Technik wird bei Bedarf der Einsatz einer Flotation vorgesehen. Damit vermeidet man in sehr vielen Applikationen eine Blockierung der Filter, da die Feinstpartikel nicht dazu neigen in die Filteroberfläche einzudringen und gleichzeitig durch die Flotation und durch die gezielte Bewegung von einer Blockierung abgehalten werden. Durch viele Versuche wurde eine optimale Kombination der beiden Elemente erreicht, so dass höhere spezifische Durchsätze als bei der Crossflow-Filtration erreicht werden können.

 

Für den Bereich der Fruchtsaftherstellung ergeben sich neue Perspektiven, die eine wesentliche Verbesserung der Filtrationstechnik und durch die niedrigeren Investitionskosten eine bessere wirtschaftliche Perspektive darstellen können. Die betrifft einmal die Filtration des Trub aber auch die Entwässerung nach der biologischen Behandlung.

 

Die Abwasserbehandlung ob aerob oder anaerob ist in der Fruchtsaftindustrie in der Regel problemlos. Wichtig ist eine Entwässerung die ohne oder weitgehend ohne Polymer auskommt, da der eingedickte Schlamm in der Landwirtschaft verwertet werden soll. Die Ausbringung des Dünnschlammes unter Einsatz des üblicherweise eingesetzten Polyacrylamids ist zwar noch erlaubt, jedoch mehren sich nicht nur die Stimmen die gegen diese Form der Entsorgung plädieren; in Baden-Württemberg sind die Wege des Ausbringverbots per Gesetzt abzusehen.

Unter Einsatz der Vakuumfiltration kann der Dünnschlamm ohne Zugabe von Polymer sehr weit eingedickt werden, so dass dies nicht nur die Ausbringung verbilligt, sonder diese auch in Zukunft sicherstellt. Gleichzeitig werden die Abwassergrenzwerte des Klarwassers besser eingehalten.

 

 

In der industriellen Abwassertechnik ist die Situation etwas anders. Nach einer erfolgreichen Vorbehandlung der Abwässer durch Flockung/Fällung entsteht in der Regel eine Klarphase, die separat abgezogen werden kann und ein Dünnschlamm, der zur Entwässerung – mehrheitlich einer Kammerfilterpresse – zugeführt wird. Ist keine ausgeprägte Klarphase erreichbar, weil z. B. die Abwasserzusammensetzung variiert und die Vorbehandlung nicht ausreichend wirkt, so wird der Entwässerung zum Teil sehr schwierig oder ist nicht erfolgreich. In diesen Extremfällen ist dann das gesamte Abwasser als Dünnschlamm anzusehen und muss komplett einer Entwässerung zugeführt werden. Bei solchen Situationen kommt die Kammerfilterpresse mit der Menge des schlecht sedimentierbaren Dünnschlamms nicht oder unzureichend zu Recht, da die abzufiltrierende Abwassermenge dann zu groß ist und zu Verschmierungen neigen kann.

      

 

Mit dem neuen Verfahren der Vakuumfiltration gelingt es den Dünnschlamm sehr weit aufzukonzentrieren. Das Filtrat ist dabei weitgehend partikelfrei und erfüllt – je nach Filterwahl – die Einleitbedingungen oder die Bedingungen für ein Recycling des Klarwassers.

 

Mit dieser Behandlungsstufe kann man großräumige Sedimentations- oder Flotationsanlagen umgehen und die Sicherheit des Verfahrens erheblich erhöhen. Das filtrierte Klarwasser wird ordnungsgemäß in den Kanal eingeleitet oder zur Wiederverwertung rückgeführt. Der voreingedickte, noch pumpfähige Schlamm belastet durch die Mengenreduktion die  anschließende Kammerfilterpresse erheblich weniger; die Kammerfilterpresse kann erheblich kleiner ausgelegt werden. Von 1 000 Liter Abwasser oder Prozesswasser mit einem Trockensubstanzanteil von 0,2 – 0,3 % sind dann bei einer zu erwartenden Eindickung auf etwa 5 % nur noch 40 bis 60 Liter pumpfähiger voreingedickter Dünnschlamm weiter zu verarbeiten. Ohne diese Eindickung sind dies 300 Liter, es können jedoch im ungünstigen Fall auch 1 000 Liter sein.

 

 

Die Funktion ist in obiger Abbildung dargestellt. Das zu entwässernde Prozess- oder Abwasser wird in den Rührbehälter geleitet. Dort sind Filterscheiben übereinander gestapelt; mehrere Stapel sind kreisförmig angeordnet. Von außen werden die Filterscheiben mit dem Eingangswasser umspült, das sich aufkonzentriert, im Inneren sind sie mit dem filtrierten Klarwasser gefüllt und mit einer Kreiselpumpe nach außen verbunden. Eine optional zugeschaltete Flotation kann den Abtrennprozess erheblich erleichtern. Die Kreiselpumpe saugt das Klarwasser ab und bewirkt den Filtrationsvorgang. Damit sich auf der äußeren Oberfläche keine Ablagerungen bilden wird mit Hilfe eines Rührers das Wasser in horizontaler Richtung leicht bewegt und die möglichen Ablagerungen vermieden. Die Partikel z. B. in Flockenform werden somit geschont.

 

Die Wirksamkeit des Verfahrens ist in jedem Einzelfall, soweit nicht bereits weitgehend identische Applikationen untersucht wurden, zu überprüfen und wird entsprechend dann freigegeben.

 

Beispiele Vorentwässerung

  • Filtration von Prozesswässern in der Lebensmittelindustrie.

  • Entwässerung von Abwässern aus Keltereibetrieben.

  • Filtration zur Öl- und Fettabscheidung.

  • Abtrennung von lipophilen Stoffen aus Prozesswässern im Schlachtbetrieb

  • Voreindickung von Lackschlämmen.

  • Dünnschlammeindickung in biologischen Anlagen.

  • Dünnschlammeindickung in der chemischen Industrie.

  • Ersatz von Flotationsanlagen oder Sedimentationsanlagen in der Druckindustrie.

  • Einsatz in der Farbindustrie.

  • Voreindickung für Dünnschlämme unterschiedlichster Art für Entsorgungsunternehmen.

  • Ersatz eines Kiesfilters zur Schlussfiltration oder Aufbereitung von Prozesswasser.

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